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Gedächtnisprotokoll von I. K.

Prüfer: Frau Dr. L., Frau M., Herr T.

Nach einer kurzen Einleitung, ob ich in der Lage bin die Prüfung zu absolvieren und was ich später machen möchte, ging es nach dem Hinweis, dass die Prüfung aufgezeichnet wird, los.

L: Funktion des Pankreas?
endogen: Insulin und Glucagon
exogen: Lipase –> Fettverdauung
Alpha-Amylase –> Kohlenhydratverdauung
Trypsin, Chymotrypsin, Carboxypeptidase –> Eiweißverdauung

Was macht Insulin?
Senkt Blutzuckerspiegel.

L: Fall 1 : Junge Studentin, 23 Jahre, kommt in Praxis und möchte Medivitan haben, weil sie in letzter Zeit etwas abgeschlagen und müde ist und ihrer Großmutter das o.a. Mittel geholfen hat.
Kenne das Medikament nicht. Darf dann in der “roten Liste” nachschlagen. Fange an mit Anamnese (vergesse dabei aber die gynäkologische Anamnese). Keine Besonderheiten.
Körperliche Untersuchung ergibt blasse Schleimhäute und Konjunktiven. Keine weiteren pathologischen Ergebnisse. Lasse Blutbild anfertigen.
Ery, Hkt, MCV, MCH vermindert. Leider vergesse ich die Werte von Eisen, Ferritin und Transferrin abzufragen (DD Tumor-, bzw. Infektanämie).
Sage, dass ich Verdacht auf Eisenmangelanämie habe und dass Blutungsquellen, z.B. Magen-Darm-Trakt ausgeschlossen werden müssen (hätte das aber noch weiter ausführen müssen –> Hämokult-Test, Periode, etc.)

L: Was machen sie jetzt mit der Patientin? Sie wollte doch Medivitan!
Medivitan ist ein Medikament bei Vit. B12-Mangel und daher ungeeignet. Behandle mit Schüssler-Salzen Nr. 3 (Ferrum phosphoricum), bzw. Floradix Kräuterblut. Hätte vielleicht noch erwähnen sollen, dass ich die Patientin nach ca. 4 Wochen zur Kontrolle bestelle.

L: Kommt ein Patient (Alter weiß ich nicht mehr) zu Ihnen in die Praxis mit Bronchitis. Als Zufallsbefund haben Sie eine schmerzlos vergrößerte Leber.
Habe versucht per Anamnese Ursachen für Lebervergrößerung auszuschließen, wie bekannte Herzerkrankung, Alkohol, Urlaubsreise.

L: Wieso Urlaubsreise?
Na ja, es könnte sich ja auch um eine Hepatitis A handeln.

L: Wie wird denn Hepatitis A übertragen?
Fäkal-oral , Lebensmittel wie Muscheln.
Die weitere körperliche Untersuchung war o.B., kein Ikterus, kein Juckreiz, nichts! Hätte nach Aussehen des Urins fragen können und sexueller Betätigung, habe ich aber in der Aufregung ganz vergessen. Habe dann den Patient zur Sonografie geschickt. Befund: vergrößerte Leber – toll! Habe dann den Fehler gemacht und nach den Blutwerten gefragt (Leberwerte alle deutlich erhöht). Jetzt sage ich, dass ich Verdacht auf Virushepatits habe und lt. IfSG §6 Behandlungsverbot habe.

Herr T. legt sich auf den Boden und spielt bewusstlos.

Notarzt angerufen, dann Bewusstsein geprüft –> nicht ansprechbar. Puls vorhanden, Atmung vergessen. Blutdruck (?). Habe dann stabile Seitenlage vorgeführt und dabei leider vergessen den Mund von Herrn T. zu öffnen. BZ gemessen, lag bei 50 mg/dl. Habe dann 20 ml 40%ige Glucoselösung i.v. verabreicht. Herr T. wurde daraufhin wieder wach.

M: Kommt ein Patient in die Praxis, möchte heute noch in Urlaub fahren und hat seit heute morgen starke rechtsseitige Kopfschmerzen.
Anamnese gemacht. Untersuchung ergab steinharten Augenbulbus rechts. Behandlung in Augenklinik notwendig. Notfall, kann zur Erblindung führen.

M: Patient kommt in Praxis, war heute morgen kurz bewusstlos und hat seit einigen Stunden leichtes Brennen hinter dem Brustbein. RR : 180/120 Puls 100 arhythmisch oder so ähnlich, ich weiß nicht mehr ganz genau. Patient hat schon lange eine unbehandelte Hypertonie.
Würde gerne Rücksprache mit Hausarzt nehmen.

M: Hat keinen.
Äußerte den Verdacht auf TIA. Wollten sie aber nicht hören. Habe dann auf beginnende hypertensive Krise getippt, war es aber auch nicht. Alle meine Untersuchungen (Herz, Lunge ..) waren o.B., kein Diabetiker. Habe Patient dann mit Krankenwagen ins Krankenhaus bringen lassen mit V.a. hypertensive Krise. Der Herzinfarkt ist mir leider nicht in den Sinn gekommen, weil RR und Puls so merkwürdig waren und so wenig Symptome vorhanden waren, außerdem schien der Patient in recht gutem Allgemeinzustand. So kann man sich täuschen!

M: Komplikationen einer i.v. Injektion.
Irgendwie war ich jetzt völlig von der Rolle und es fiel mir außer anaphylaktischer Schock und Nekrose zunächst nichts ein, später dann noch versehentliche arterielle Injektion.

M: Was machen sie dann?
Notarzt rufen und Injektion beenden. (Richtig wäre gewesen mit reichlich Kochsalzlösung nachzuspülen, nun ja.)

T: Aufbau Kniegelenk
Alles dazu erzählt.

T: Untersuchungsmethoden Knie (Bänder, Menisken)
Da ich mir die Namen der Methoden nicht merken kann (Steinmann, Böhler, Apley ….) habe ich die verschiedenen Methoden an meinem Knie vorgeführt.

T: Welche Kniegelenkergüsse gibt es und wie entstehen sie? Dürfen Sie punktieren?
Ich darf punktieren, mache ich aber nicht, da ich die Sorgfaltspflicht damit verletzen würde. Zu dem Rest ist mir dann nicht all zuviel eingefallen, nur blutig –> Trauma, eitrig –> bakteriell, serös –> ?

Hier beendete Frau Dr. Lampe die Prüfung und ich musste draußen warten. Eigentlich wusste ich schon, dass es nicht gereicht hat. Es hat eine Weile gedauert bis ich wieder reingerufen wurde.

Ich hatte nicht bestanden, weil ich
1. Den Notfall Herzinfarkt nicht erkannt hatte,
2. die Sorgfaltspflicht missachtet hatte bei der Eisenmangelanämie und ich
3. den Patienten mit Hepatitis-Verdacht nicht zur Sonografie schicken darf und auch keine Blutuntersuchung machen darf.

Nun ja, es sollte diesmal nicht sein. Danke an alle, die an mich geglaubt haben, beim nächsten Versuch klappt es bestimmt. Ich wünsche allen viel Glück, die ihre mündliche Prüfung noch vor sich haben.

Gruß Ina