Prüfer: Frau Dr. L., Frau M., Frau S.
Vor der Tür wurden zunächst von einer der Damen die beiden Kuverts mit den Gebühren für die Beisitzer in Empfang genommen. Den Personalausweis hatte ich griffbereit in der Hosentasche. Die Rollen im Raum waren klar verteilt.
Nach einer freundlichen Begrüßung und der Frage ob ich vom Fach bin antwortete ich mit einer kurzen Zusammenfassung meiner medizinischen Erfahrungen. Anschließend kam die Frage was ich später vorhabe. Ich berichtete von der Hospitationsstelle und dass ich mich für die Dorn Therapie und Schüßler Salze interessiere. Danach wurden mir folgende Fragen gestellt.
1. Fr. Dr. L.: Wie ist die HWS aufgebaut? Welche Besonderheiten gibt es bei der HWS? Bandscheiben?
Atlas, Axis Aufbau erklärt und restlichen Wirbelaufbau. 7. Wirbel Prominents. Aa. vertebralis. (2 Plexi)
Wo entspringen die Aa. vertebralis? Wie ist die Blutversorgung des Gehirns?
Aa. subclavia, Verlauf erklärt. A. carotis interna ? A. cerebralis media etc. Arterienbogen erklärt. (Den Rest der Antwort erspare ich Euch jetzt, steht im Buch besser).
2. Wie untersuchen Sie jemanden mit Rückenschmerzen?
Anamnese: Schmerzcharakter, Taubheitsgefühl, Kribbeln,Funktionseinschränkung, Lasegue Zeichen beschrieben, Reflexe- BSR, TSR, RPR, PSR, ASR, Stimmgabeltest zur Prüfung der Tiefensensibilität, Zehen – Hackenstand.
3. Was macht alles ein rotes Auge?
Akutes Glaukom, Fremdkörper, Säure- und Laugeverletzungen, Konjunktivitis , geplatzte Äderchen, Gerstenkorn durch Reizung. (Kopfschmerzen wollte Fr. Dr. L. nicht hören, dies sei keine Ursache -ich sagte: O.K.)
4. Welche Arten von Ödemen gibt es und wie sind die Pathomechanismen?
Herz -schlechte Pumpleistung, Nieren- Verminderung des Hydrostatischen Drucks, Myxödem- durch Ablagerungen,
Und Allergien?
Urtikaria und Quincke Ödem- Gefäßdurchlässigkeit durch Histamin
5. Welche Ursachen für Harninkontinenz gibt es?
Prostataadenom, Prostatahyperplasie, Bindegewebsschwäche, Zystitis, Tumor – wenn die Lage entsprechend ist, Überlaufblase, Reizblase, Schwangerschaft, Gebärmuttersenkung?..
- Denken Sie an die neurologischen Ursachen!
Multiple Sklerose, M. Parkinson, Cauda equina Syndrom, Bandscheibenvorfall.
6. Nennen Sie typische Auskultationsbefunde der Lunge und ihre Erkrankungen.
vesiculär Atmen ist normal, abgeschwächte Atemgeräusche: Emphysem, Pneumothorax Grobe RG: Lungenödem, Knistern: am Anfang u. Ende einer Pneumonie Kavernen Atmen bei Tb, expiratorischer Stridor bei Asthma bronchiale (eigentlich giemen, pfeifen, brummen -und es gibt noch einige mehr).
7. Welche Symptome hat man bei einer Lungenembolie?
Evtl. atmungsabhängiger Thorxschmerz, Dyspnoe, Tachykardie mit Schocksymptomatik.
8. Risiko?
Rechtherzversagen
9. Wodurch kommt es zur Achsellymphkontenschwellung?
Mamma Ca, andere Tumorerkrankungen, Krankheiten mit generalisierter LK Schwellung z.B. Mononukleose, Tb, Syphillis, Lymphadenitis.
- Wodurch kommt es zur Lymphadenitis?
Z.B. durch Verletzungen mit Schmutzeintritt, falsch gesetzte Injektion.
10. Welche Laborparameter sind bei der chron. Niereninsuffizienz verändert?
Im Urinstik: Eiweiß nachweisbar, Verminderung des spezifischen Gewichts (Ery`s) Blutlabor: Erhöhung der harnpflichtigen Substanzen Harnsäure, Kreatinin, Harnstoff, Verminderung von Ery`s durch gehemmte Erythropoetese, Vitamin D Mangel. Vit. D wird zur Calcium Resorption im Darm benötigt.
Veränderung der Elektrolyte wie Ca, Kalium, Magnesium wie diese verändert sind weiß ich jetzt nicht sicher. (Hyperlipidämie durch/bei Proteinurie)
11. Fall: Junge Frau kommt vor Prüfung mit Leistungsknick und möchte Medivitan – das ist ein Vitaminpräparat – wurde ihr von einer Freundin empfohlen.
Anamnese: KHK, Diabetes, Autoimmerkrankungen, Tumor leer, auch bei der Familie. Medikamente, Zyklus o.B. keine div. Arztbesuche in letzter Zeit.
Körperliche Kopf zu Fuß Untersuchung- habe alles abgefragt inklusive Virchow Drüse: Befunde – Struma und abgeschwächte Reflexe. Wie sieht die Pat. aus? Besonderheiten an Haut und Haaren?
Keine.
Comburtest?
OB.
Kenne ich die Pat?
Nein.
Ich fasste die Befunde noch mal zusammen, Schickte die Pat. zum Arzt mit der Bemerkung: V.a. Hypothyreose, ich kann zwar Medivitan verabreichen mach ich aber nicht – und ich könnte noch Blut abnehmen tue ich aber nicht, da es besser ist wenn alles in einer Hand bleibt.
12. Fall: Diabetikerin, 68 Jahre, wird es in der Praxis übel, bricht zusammen. Helferin kommt und sagt bescheid.
Ich lasse den Notarzt anfordern. Ist die Pat. bei Bewusstsein?
Ja.
Lasse die Pat. Sitzen (bin davon ausgegangen dass sie bereits auf d. Erde sitzt.) Messe RR / Puls und BZ.
RR (erhöht 160/120?) Puls 120, BZ 80 mg/dl.
Vergewissere mich dass Notarzt gerufen wurde. Auskultation Herz / Lunge.
Lunge oB., Herz arythmisch.
Fasse noch mal alle Befunde zusammen. Ich kann einen venösen Zugang legen- mit niedriger Tropfgeschwindigkeit.
Was können Sie noch machen?
Beengende Kleidung entfernen, Patientin beruhigen und das Fenster öffnen.
Was noch? Wenn Sie beispielsweise Sauerstoff zur Verfügung haben?
Hat die Patientin ein Lungenleiden?
Nein.
OK, dann kann ich ihr 4-6 Liter O2/Minute geben. (Ich hätte noch fragen können ob die Pat. so etwas schön öfter hatte und ob sie Nitrospray hat, da RR systol. über 110 mmHg außerdem weitere engmaschige Kontrolle der Vitalfunktionen).
13. Welche wichtigen sexuell übertragbaren Erkrankungen gibt es?
Syphillis, Gonorrhoe, Lyphogranulomatosa inguinale, Ulcus molle, Chlamydien, Pilze, Hepatits und AIDS.
Welche Gemeinsamkeiten haben diese Erkrankungen?
Behandlungsverbot
14. Frau S.: (ich weiß nicht mehr genau ob dies die einzige Frage war.) Ein 68 jähriger Mann kommt zu Ihnen. Er hat seit ein paar Wochen abends so ein saures Aufstoßen und in dem Zusammenhang ein Drücken in der Brust. Er nimmt dagegen Talcid (oder so was in der Art). Das hilft auch eigentlich, möchte das aber nun doch behandelt haben weil es immer wieder kommt.
Anamnese: wie gehabt KHK, rheumat. Erkrankung, Tumor, Autoimmunerkrankungen, Diabetes, sonstige Medikamente? Stuhl Beschaffenheit, Aussehen hell, dunkel, Blutauflagerung/-beimengungen, Anzahl/Woche?
Nein nichts, viermal/Woche.
Wie sehen die Haut und die Konjunktiven des Pat aus? Wie lange hat der Pat. die Beschwerden genau?
Leicht blass, 3-4 Wochen das genannte Medikament hat bisher geholfen.
Beginne mit der Ganzkörperuntersuchung, beim Abdomen werde ich gestoppt.
Wir kürzen das ganze jetzt mal ab. Sie finden nichts.
Ich kann dem Pat. noch einen Haemoccult Test mitgeben.
Ein Briefchen ist positiv.
Das können auch Darmpolypen sein, jedenfalls muss eine Gastritis ausgeschlossen werden. Ich habe dann die ABC Gastritiden erklärt, autoimmun greift Belegzellen an, dadurch fehlen des Intrinsic Faktors dadurch Vit. B12 Mangel u.s.w und die bakterielle mit meist Helicobacter pylori. Die Chemisch Toxische habe ich so gut wie ausgeschlossen, da es keinen Hinweis darauf gab, und der Pat. nur ca. eine Flasche Bier am Tag zu sich nahm.
Zur Hiatushernie und Ulcus ventriculi bin nicht mehr gekommen, die o.g. Ausführungen haben gereicht.
15. Frau M.: Was passiert wenn die (Rück?)last des li. Herzens versagt?
(?) Linksherzversagen, Herzinfarkt, Schock, Minderdurchblutung von Gehirn u. Nieren sowie Lungenversagen.
Frau Dr. L.: Sie hat die Frage nicht verstanden
Nein, tut mir leid.
Frau M. formuliert die Frage etwas anders.
(?) arbeite mich zum Mechanismus des Schocks vor, Vasokonstiktion der Arteriolen?.
Nach der Prüfung sagte sie mir, dass die Regelmechanismen hören wollte.
16. Frau M.: OK nehmen wir nun ein ganz anderes Thema. Wie unterscheiden sich symptomatisch die Colitis ulcerosa vom M. Crohn?
Colitis ulcerosa schleichender Beginn schleimig-blutige Durchfälle.
Morbus Crohn: akut, Fieber, abdominelle Schmerzen, Koliken, Eythema nodosum, Iritis, Arthritis
Frau M: Was sieht man denn auf dem Röntgen-Bild? (Pflastersteinrelief)
Frau Dr. L: Das ist nicht Prüfungsrelevant.
Frau Dr. L.: Die Zeit ist nun schon weit fortgeschritten und wir haben noch keine praktische Übung gemacht.
17. Frau S.: OK machen wir eine stabile Seitenlage. (Und legte sich auf eine Matte.)
Ich habe an alles gedacht: Ansprechen, rütteln, reiben, kneifen. Atmung, Carotispuls?. Ich habe mich nach den Befunden erkundigt: Puls da? Atmung vorhanden?
Ja, ist vorhanden.
Danach in den Mund geschaut – erbrochen/Gebiss?
Nein nichts.
Nun Seitenlage durchgeführt, Kopf überstrecken, Mund- tiefster Punkt, Unterkiefer vorziehen, Mund öffnen. Lage überprüft.
Frau Dr. L: Bitte warten sie draußen.
Nach 5 Minuten durfte ich wieder eintreten. Wieder neutrale aber freundliche Gesichter, Fr. Dr. L verkündet mir:
Sie haben bestanden. Sie brauchen sich um nichts mehr zu kümmern, das geht nun alles automatisch.
Ich musste mich erst mal setzen. Nach ein paar netten Worten und Erklärungen von den drei Damen, verabschiedete ich mich und bedankte mich bei jeder Prüferin.
Ich danke allen die mich während der Ausbildung an der GDT Heilpraktikerschule unterstützt und mir den Rücken freigehalten haben. Meiner Lerngruppe, sowie Wolfgang und Barbara die mir in den Einzelstunden noch den letzten Schliff verpasst haben.
Viele Grüße
Monika

